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« Vorwarnung | Steffi »

Irgendwie sollte man eine Überschrift finden....

Ich weiß aber keine Überschrift... Also ohne

Annemarie hat das Auto, in dem Thomas und sie gefahren sind, an einen Baum gefahren. Annemarie war sofort tot. Thomas wurde noch in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie haben mich sofort angerufen. Ich bin zu Falko in die Schule gefahren. Von dort aus sind wir mit der Bahn zum Krankenhaus gekommen. Falko wollte nicht mit in das Zimmer, in dem Thomas lag. Papa hatte seine Uhr ausgezogen. Sie lag auf dem Nachttisch. Getickt hat sie nicht mehr. Normalerweise tickt seine Automatikuhr noch 2 Tage weiter, wenn man sie nicht mehr bewegt. Papa hat noch gelebt, wurde aber künstlich beatmet. Er hätte jede Minute sterben können, in der ich bei ihm war. Ich war nicht lange bei ihm, weil ich Angst hatte, dass es passiert wenn ich da bin. Ich war gerade bei Falko angekommen, läuft mir ein Arzt hinterher, er wäre gerade gestorben. Falko hat sie ganze Zeit geweint. Er hat mich nicht mehr losgelassen und wollte von mir getragen werden. Er ist ganz schön schwer. Eine Frau kam und wollte mit mir reden. Aber Falko sollte nicht dabei sein. Wie hätte das denn funktionieren sollen? Ich blieb mit ihm auf dem Arm auf einem dieser Plasikstühle sitzen, bis wir eingeschlafen sind. Als ich wieder aufgewacht bin, war Falko nicht mehr auf meinem Arm. Ein Arzt legte mir die Hand auf die Schulter und meinte ich sollte mal mitkommen. Er führe mich in ein Zimmer, wo die Frau wieder war, die mich ohne Falko sprechen wollte. Ich fragte nach Falko. Er sagte mir, dass Falko in einem Zimmer neben dran spiele, mit einem meiner Freunde. Ich guckte warscheinlich etwas verdutzt, denn er erklärte mir, dass die Tante meines Freundes hier arbeiten würde und er es deswegen mitbekommen hat. Falko und Manuel würde sich super verstehen und Modelleisenbahn spielen. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Der Arzt ließ uns alleine. Die Frau stellte sich mir vor, sie wäre vom Jugendamt und hat sich uns zu kümmern. Sie wolle allerdings zu erst mit mir reden, bevor irgendwas anderes passiert. Sie sprach davon, dass ich ja schon 18 wäre und mir keiner mehr was sagen könne, anders wäre es aber bei Falko. Ich hörte mir das still und stumm an. Falko müsste in eine Pflegefamilie. Ich saß da wie gelehmt. Diese Frau wollte mir meinen Bruder nehmen, der einzigste, der mir noch geblieben ist. Ich fieng an zu heulen. In den Moment ging die Tür auf, Falko und Manuel kamen rein. Falko fiel mir um den Hals. Manuel setzte sich und versuchte scheinbar irgendwas zu erklären. Ich flüsterte Falko ins Ohr, was mir die Frau vom Jugendamt gesagt hatte. Folge war ein total verängstlichtes Gesicht. Ich sagte ihm, dass ich alles tu, dass wir zusammen bleiben können. Die Frau guckte sich das alles an. Dann fragte sie ob wir nicht hunger hätten, in der Krankenhauskantine gäbe es noch was. Also sind wir alle zur Kantine gedackelt. Und haben dort stumm gegessen. Ich hab nix runterbekommen. Nach dem die Frau ihren Teller leer hatte, guckte sie mich so an, als müsste ich etwas sagen. Da ich aber nicht wusste, was ich sagen soll, also hab ich nix gesagt.


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