9. November
Hartmut und Maria stehen an der Ampel, an der sie jeden Morgen stehen. Vor ihnen ist Stau. Warscheinlich ein Verkehrsunfall. Zumindest sieht man, dass die Staße nach links gesperrt ist. Sie müssen im Schneckentempo fahren. Maria sieht was daraußen vor sich geht. Zwei Leute liegen auf der Fahrbahn. Überall Polizei. Maria erkennt Anne und Martin sofort. Da sie ja sowieso Schneckentempo fahren, fällt Maria aus dem Auto und stürzt auf die Absperrungen zu. Auf Hartmut achtet sie nicht mehr. Maria wird von zwei Polizisten festgehalten. Hartmut eilt hinterher. Maria hört zwei sich unterhalten: Die Fahrräder müssen mal koodiert gewesen sein. Es müsse jemand mit einem Winkelschleifer am Werk gewesen sein." Maria befreit sich von den Polizisten und rennt wieder zurück. Hartmut biegt rechts ab. Er fährt zum Großmarkt und kauft irgendwas. Maria trabt hinterher. Hartmut sagt und frägt nichts. Und fährt mit einer Ruhe von Mensch diesmal in die Tiefgarage. Im Büro angekommen meint er nur, dass Maria den Pulli ausziehen soll und den schwarzen da anziehen. Dann holt er erstmal nen Kaba. Heute zwei. Den einen stellt er Maria hin. Maria bekommt nicht mehr viel aus sich raus. Nur noch: "Die Räder waren koodiert. Die bringen uns auseinander. Das dürfen sie nicht." Hartmut guckt sie an und frägt. "Du kennst die beiden oder?" Maria nickt. "Papa und Mama" Auf einmal sprudelt es aus Maria raus: "Tom darf nicht nach Hause kommen. Wir müssen ihn holen. Sie sind gestern nicht nach Hause gekommen. Heute morgen hat nur der Wecker geklingelt. Ich hab ihn geweckt und ihm auch noch gesagt, dass er in die Schule gehen muss, dass alles in Ordung ist." "Wann hat er aus?" "Um 1 hoff ich, glaub ich." "Mit dem Auto können wir nicht fahren. Das ist viel zu auffällig, das rote Ding." "Mit der Bahn brauchen wir 30 min." Das Handy klingelt. "Ja, wir kommen. Wo? 2.04. Könnt ihr des net früher feststellen?" Ja. Tschüss ma." Sie machen sich also wie gewohnt an die Arbeit. Es sieht schon komisch aus, wie Maria mit Hartmuts Pulli durch die Gegend läuft, aber was solls. Am Empfang fällt es auch sofort auf. Hartmut hat auch gleich ne Lösung parat. "Ihr Pulli is gerissen. Is doch besser als nix, oder?" Als sie in 2.04 fertig sind. Klingelt mal wieder des Handy. Willy. Hartmut läuft ein paar Schritte. Maria schließt aus den Wortfestzen die sie mitbekommt, dass er Willy einweiht. Hartmut kommt wieder. "Die suchen uns. Das Auto ist in der Tiefgarage gut aufgehoben. Wir müssen dein Pulli zerreisen. So ist klar, warum du meinen anhast. Du brauchst ne andere Frisur. Zopf am besten. Ich auch. Die haben keine Ahnung wer die Toten sind. Sie hatten keine Papiere dabei. Deswegen suchen sie uns. Hat Willy im Radio gehört. Des mit den Zöpfen müssen wir gleich machen." Kurze Zeit später hat Maria einen hoch angesetzten Zopf. Hartmuts Haare sind zusammen gemacht. Im Büro zerreisen sie den Pulli. Wenig später klingelts mal wieder. Willy. Er will kommen. Sie gehen die Post holen. Willy und Hartmut reden ein paar Takte. Das einzigste, was Maria mitgekommt ist: "Mensch Hartmut. Was hast habt ihr euch nur dabei gedacht?! Ihr müsst euch so normal wie möglich verhalten." Sie machen Kleinigkeiten bis sie Tom holen. Maria verklickert Hartmut, dass sie sein Klassenzimmer nicht weiß. Also müssen sie erst ins Sekretariat. Tom ausfindig zu machen ist leichter als sie dachten. Tom verseht nicht all zu viel. Erst im Büro wird er aufgeklärt. Endlich versteht auch Hartmut, warum Maria geflüchtet ist. Sie hat Angst, dass die Polizei Tom und Maria trennt. Sie einigen sich darauf, dass sie erstmal bei Hartmut bleiben und dass Tom jetzt am roten Tisch Hausaufgaben macht. Sie sind gerade wieder zurück, steht irgendwer in der Tür. Sie müssen ihn ziehmlich blöd angeguckt haben. Aber sie machen, was er sagt. Irgendwann ruft Hartmut seinen Freund an. Er soll sie abholen. So kann Hartmut alleine in dem auffälligen Auto fahren. Sie bekommen in Simons Wohnung Asyl. Sie essen zusammen zu Abend. Hartmut hole sie morgen früh ab. Sebastian bringt Tom in die Schule. Zum Glück ist es eine Nacht in der alle schlafen.
Hartmut kommt wirklich. Auf der Fahrt hören sie das erste mal Nachrichten. Zwei nicht indendifizierte Leichen. Ein Verbrechen ohne Anhaltspunke. Na super. Willy kommt auf sie zu. Was Hartmut sich denn bei der Lieferung gedacht hat. Und warum des so viele Pakete wären. Hartmut guckt doof aus der Wäsche. "Hast du mal reingeguckt?" "Nein." Hartmut zückt sein Messer. Alle Kartons haben nur die Adresse als Aufschrift. Mehr nicht. 18 Kartons. Und alle mit Sachen aus der Wohnung von Tom und Maria. In der letzten ist Leon, der Kater von Tom und Maria. In den meisten der Kisten sind Sachen von Maria, viele Fotos und Dinge, die an irgendwas erinnern. Und der PC von Martin. Maria versteht die Welt nicht mehr. Willy reagiert. "Die Sachen müssen hier weg. Gegen 9 will die Polizei den ganze Laden auseinander nehmen. Es müssen auch alle da sein, außer du Maria. Wie willst du eigendlich denen erklärten, dass dein Auto dort war, Hartmut?" "Wir waren beim Großmarkt und haben was gekauft. Das stimmt auch." "Ne bessere Erklärung hast du nicht? Die Sachen müssen auf jeden Fall weg. Aber vll bleibst du doch bei Hartmut in der Nähe, Maria. Wenn du noch deine Brille abnimmst erkennt man dich auch nicht." Sie fahren also die Kisten weg. Leon kommt in Sebastians Wohnung. Um 9 sind wirklich alle im Hof versammelt. Jeder wird befragt. Maria steht teilnahmslos bei Hartmut und bestätigt, dass sie einkaufen waren. Die großen Autos werden genauer betrachtet. Mehr passiert nicht. Danach gehen alle die gewohnten Wege.
Einen Tag später sind die Gesichter in der Zeitung, es sollen sich Leute melden, die die beiden kennen. Warscheinlich waren sie ein Ehepaar mit einem kleinen Sohn. Maria versteht gar nichts mehr. Bis Hartmut meint, dass ihre ganzen Sachen in den Kartons waren und deshalb kein Mensch auf die Idee kommt, dass noch jemand 4. in dem Haushalt gelebt hat. Gegen 11 klingelt mal wieder des Handy. Willy: Tom wär bei ihm. Es wären welche in der Schule gewesen und er is losgerannt. Na super. Willy bringt ihn zu Hartmut und Maria. Maria is auf die Idee mit Heidi gekommen. Willy fährt sie also zu Heidi Sie will sich erstmal erkundigen und versichtert, dass sie zusammen bleiben dürfen. Sie gehen (mit Hartmut) zur Polizei. Sie werden sehr blöd angeguckt. Maria und Hartmut erzählen, wie sie die Sache gesehen haben. Edgar, so heißt der eine, klärt sie über den Tathergang auf. Sie stehten immer noch vor dem Rätsel. Aber wenigsten wäre jetzt geklärt, wer die Toten sind. Die Kisten werden gesichtet. Sie wollen von Tom und Maria wissen, was in den letzten Tagen passiert ist. Es war aber nichts besonders. Sie sollen erst mal dort bleiben wo sie jetzt sind.
11. November
Sie wollten mit den Rädern in den Gottesdienst in der Stadt fahren. Mehr nicht. Normaler weise wäre sie so gegen 11/12 wieder gekommen. Aber sie kamen nicht. Maria is gegen 12 ins Bett. Zum Glück hatte sie irgendwie den Wecker gestellt, den sie weder bedienen kann, noch am nächsten Morgen ausschalten. Und auch Maria ist irgendwann aufgewacht. Bevor sie gegangen ist, hat sie noch Tom geweckt. Dann ist sie gegangen. Nein, sie kann sich nicht vorstellen was da dahinter steckt. Martins Uhr wäre stehen geblieben, was entweder darauf hindeutet, dass entweder das Uhrwerk jetzt wirklich kaputt ist, oder dass er sich schon länger nicht mehr bewegt hat, was eigendlich nicht sein kann.
12. November
Maria beschließt, dass sie solange bei Hartmut und seinem Freund bleiben, bis geklärt ist, warum Marias Sachen aus der Wohnung verschwunden sind. Tom und Maria sollen helfen, die Kisten auf irgendwelche Hinweise zu sichten. Maria erhofft sich nichts davon. Selbst wenn sie das ganze Haus auf den Kopf stellen, würde sie warscheinlich mehr Informationen haben, wie sie je auswerten könnten. Sie nickt bereitwilligend. In den nächsten Tagen werden also die Kisten umgeräumt. Nichts. Es wird die Wohnung vorgeschlagen. Maria und Tom wünschen viel Spaß. Sie finden viel und doch nichts. Inzwischen haben Tom und Maria beschlossen, wieder nach Hause zu ziehen. Es wuseln ja doch überall welche in grüner Montur rum. Sie suchen lange. Irgendwann wird beschlossen, dass Tom und Maria mithelfen. Aber selbst sie haben bei den meisten Stapeln keinen Überblick. Das einzigeste, was nach kurzer Zeit festgestellt wird ist, dass Annes Perso nicht da ist. Wobei Tom behaupten will, dass er schon zu ihren Lebzeiten nicht mehr da war, wo sich Maria aber nicht sicher ist. Mit Finzanzen und Versicherungen haben sich Tom und Maria nie abgegeben, sagen können sie also nichts dazu. Der Alltag ist nicht einfach, was schon morgens beim Aufstehen anfängt, über Toms Schule bis zum Kochen.


