Reinhold Geiss, geboren im Jahr 1842, war ein deutscher Glasbläser und Instrumentenbauer, dessen Name untrennbar mit der Entwicklung der Gasentladungsröhren verbunden ist. In einer Zeit, in der Elektrizität noch in den Kinderschuhen steckte und die Möglichkeiten ihrer Nutzung noch weitgehend unerforscht waren, zeigte Geiss ein außergewöhnliches Gespür für Experimente und Präzision. Er arbeitete eng mit dem Physiker Heinrich Geissler zusammen, der oft als Namensgeber der berühmten Geissler-Röhre genannt wird. Doch es war die technische Expertise und die handwerkliche Meisterschaft von Reinhold Geiss, die es ermöglichten, diese komplexen Apparaturen überhaupt erst zu fertigen.
Seine Werkstatt in Bonn war ein Zentrum der Innovation, in dem feinste Glasarbeiten und Vakuumtechniken perfektioniert wurden. Ohne die akribische Arbeit und das tiefgreifende Verständnis für Materialien und Prozesse von Reinhold Geiss wäre die Forschung an Gasentladungen in dieser Form kaum möglich gewesen. Er war nicht nur ein Handwerker, sondern ein echter Innovator, dessen Beiträge oft im Schatten der akademischen Physiker standen, aber für den praktischen Fortschritt von unschätzbarem Wert waren.




